Anlass: Kampagne zu Pflegeskandalen

Hoppenbrock besucht Haus am Lechtenbrink in Jeggen

JEGGEN. Der Landtagsabgeordnete Ernst-August Hoppenbrock hat das „Haus am Lechtenbrink“ in Bissendorf-Jeggen besucht, um sich über die Zustände in Altenheimen zu informieren. Hintergrund ist eine Kampagne, die Zustände in der Pflege zu skandalisieren versucht hatte.


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Stippvisite bei der Nähgruppe

Pflege-Bereichsleiter Michael Thomsen sprach mit Hoppenbrock über die finanziellen Unterschiede zwischen öffentlichen Trägern, die an Lohntarife gebunden sind, und privaten, die wesentlich mehr Gestaltungsspielraum bei Löhnen und Verträgen hätten. In einem immer mehr marktwirtschaftlichen „Verdrängungswettbewerb“ dürfe man aber nicht allein auf den Preis der Pflege schauen, sondern müsse auch die Qualität der Leistungen berücksichtigen. Thomsen monierte auch, dass man trotz aller Kreativität bei der Besetzung der Stundenkontingente (z.B. über halbe Stellen) an die Grenzen des Machbaren stoße: „In den Spitzenzeiten brauche ich einfach helfende Hände vor Ort.“ Die finanziellen Rahmenbedingungen blieben ein Thema: „Preise für Lebensmittel und Energie haben sich erhöht, aber wir können unsere Preise nicht erhöhen, sondern müssen mit den Pflegesätzen auskommen“, erinnerte Thomsen. Auch wenn die personelle Besetzung nicht immer rosig sei, seien Probleme oder Pflegevernachlässigungen, wie sie in der Kampagne thematisiert worden seien, eindeutig die Ausnahme. Thomsen: „Wir haben eine sehr gute Auslastung und einen sehr guten Ruf.“ Hoppenbrock: „Bisher ist die Pflege von der Politik zum Teil unter Wert behandelt worden. Dabei werden diese Berufe im Hinblick auf den demografischen Wandel immer wichtiger werden. Die Kampagne des Medizinischen Dienstes gibt eine falsche Einschätzung der wirklichen Situation wider.“

Hoppenbrock und Thomsen waren sich einig, dass man die Dokumentation der Pflegearbeit differenziert betrachten müsse: Zum einen erfordere die „Buchführung“ der ausgeführten Tätigkeiten Zeit, die besser denjenigen zugute kommen sollte, die die Pflege benötigen. Zum anderen sei die Dokumentation ein Arbeitsnachweis, wenn es einmal mit Angehörigen zu Meinungsverschiedenheiten komme.

Beeindruckt zeigte sich Hoppenbrock von einem Garten für Demenzkranke, der sich dank des Fördervereins derzeit im Entstehen befindet und zukünftig für eine neue Qualität des Naturerlebens bei den Senioren sorgen soll.


 

http://hoppenbrock.de
erstellt am 08.10.2007